Beiträge zur Regionalgeschichte und Genealogie des Marzdorfer Landes

Das Häuslergrundstück des Kutschers Neumann (Teil 1)

Grundbuch Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 16 (1810-1882)

Die nachfolgend behandelte Grundakte berichtet auf 122 einseitig paginierten Blättern von einer Häuslerstelle in Marzdorf. Der Originaltitel der Akte, die heute im Archiwum Państwowe in Koszalin verwahrt wird,1Sąd Obwodowy w Mirosławcu (Amtsgericht Märkisch Friedland): Marzdorf [Marcinkowice] Band I, Blatt 16 Seite 241 Besitzer: Marianne Puenther, geb. Roppe [sic!], Laufzeit 1810-1882, Signatur 26/112/0/3/174 im AP Koszalin. – Im Folgenden zitiert als: Grundakte Marzdorf Bd. Ⅰ, Bl. Nr. 16. lautet:

»Nro. ⅩⅥ. — Das in Westpreußen und dessen Dt. Croner Kreise zu Marzdorff belegene u. aus einem Wohnhause, Stall und Scheune mit drei Morgen Ackerland bestehende Häuslergrundstück.«2Titelblatt Grundbuch Nr. ⅩⅥ. In: A. a. O., Blatt 2 VS.

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Anmerkungen:

  • 1
    Sąd Obwodowy w Mirosławcu (Amtsgericht Märkisch Friedland): Marzdorf [Marcinkowice] Band I, Blatt 16 Seite 241 Besitzer: Marianne Puenther, geb. Roppe [sic!], Laufzeit 1810-1882, Signatur 26/112/0/3/174 im AP Koszalin. – Im Folgenden zitiert als: Grundakte Marzdorf Bd. Ⅰ, Bl. Nr. 16. ↩︎
  • 2
    Titelblatt Grundbuch Nr. ⅩⅥ. In: A. a. O., Blatt 2 VS. ↩︎

Die Kluck’sche Halbhäuslerstelle in Böthin

Grundbuch Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 14 (1826-1903)

Die nachfolgend behandelte Grundakte steht in engem Beziehung zu derjenigen des Robeck’schen Schäferlandes und um­fasst lediglich 72 einseitig paginierte Blätter.1Sąd Obwodowy w Mirosławcu (Amtsgericht Märkisch Friedland): Marzdorf [Marcinkowice] Band I, Blatt 14 Seite 209 Besitzer: Josef Robeck, Laufzeit 1826-1903, Signatur 26/112/0/3/173 im AP Koszalin. – Im Folgenden zitiert als: Grundakte Marzdorf Bd. Ⅰ, Bl. Nr. 14. Erzählt wird die Geschichte des Teilstücks, das Johann Robeck im Jahr 1825 an seinen Schwiegersohn Stoffel Kluck übertragen hatte und das Joseph Robeck im Jahr 1902 wieder zurückkaufte. Der Originaltitel der Akte lautet:

»Acta Hypothecaria des Patrimonial-Gerichts zu Marzdorf betreffend das Häusler-Grundstück № ⅩⅣ in Böthin.«2Titelblatt Grundbuch Nr. ⅩⅣ. In:A. a. O., Aktendeckel.

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Anmerkungen:

  • 1
    Sąd Obwodowy w Mirosławcu (Amtsgericht Märkisch Friedland): Marzdorf [Marcinkowice] Band I, Blatt 14 Seite 209 Besitzer: Josef Robeck, Laufzeit 1826-1903, Signatur 26/112/0/3/173 im AP Koszalin. – Im Folgenden zitiert als: Grundakte Marzdorf Bd. Ⅰ, Bl. Nr. 14. ↩︎
  • 2
    Titelblatt Grundbuch Nr. ⅩⅣ. In:A. a. O., Aktendeckel. ↩︎

Der Schmidt’sche Bauernhof in Dreetz (Teil 2)

Grundbuch Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 12 (1815-1875)

Der frühere Marzdorfer Schulze Johann Schmidt wurde von Gutsbesitzer Kalixt von Grabski im Jahr 1815 mit einem Grundstück von neun kulmischen Morgen in Dreetz, auf der anderen Seite des Böthinsees, entschädigt. Der erste Teil dieses Beitrags schildert die Geschichte des Grundstücks bis ins Jahr 1835.

Am 6. Mai 1835 unterrichtete Matthaei das Oberlandes­gericht in Marienwerder über den »geschehenen Verkauf«1Briefkonzept vom 6. Mai 1835. In: A. a. O., Blatt 36 RS., das aber die Abschreibung des Schmidt’schen Bauernhofs im Hypothekenbuch der Marzdorfer Güter verweigerte. In der Antwort vom 24. Juni des Jahres verlangte das Oberlandes­gericht zunächst eine Erklärung darüber, ob »die Landschafts-Direction sich ihres Hypothekenrechts auf das verkaufte hier in Rede stehende Grundstück begeben will«.2Schreiben des Oberlandesgerichts in Marienwerder vom 24. Juni 1835. In: A. a. O., Blatt 39 RS.

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Anmerkungen:

  • 1
    Briefkonzept vom 6. Mai 1835. In: A. a. O., Blatt 36 RS. ↩︎
  • 2
    Schreiben des Oberlandesgerichts in Marienwerder vom 24. Juni 1835. In: A. a. O., Blatt 39 RS. ↩︎

Der Schmidt’sche Bauernhof in Dreetz (Teil 1)

Grundbuch Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 12 (1815-1875)

Auch der zehnte Beitrag in der Serie über die Grundakten von Marzdorf behandelt kein im Dorf gelegenes Grundstück, sondern einen Bauernhof im sieben Kilometer Luftlinie entfernten Dreetz. Da der Große Böthinsee die beiden Orte trennte, war die tatsächliche Entfernung zu Land noch größer.

Dreetz gehörte schon zurzeit der preußischen Annexion als Vorwerk zum Marzdorfer Gut. Der Klassifikationsanschlag von 1773 weist im Ort lediglich zwei Häuser mit insgesamt 17 Einwohnern aus, von denen neun Erwachsene waren. Namentlich erwähnt werden der »Vorsthalter« Casimir Schultz, der Holzwärter Hans Czieborthe und der Schäfer Martin Mels.1Klassifikationsanschläge Amt Märkisch Friedland: Kontributionskataster Dorf Martzdorff. In: GStA PK, II. HA, Abt. 9, Tit 85, Nr. 7, Blatt 242 RS u. 243 VS.

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Anmerkungen:

  • 1
    Klassifikationsanschläge Amt Märkisch Friedland: Kontributionskataster Dorf Martzdorff. In: GStA PK, II. HA, Abt. 9, Tit 85, Nr. 7, Blatt 242 RS u. 243 VS. ↩︎

Braune Zeiten

Im März haben die National Archives der USA ihren Bestand an NSDAP-Mitgliederkarteien öffentlich zugänglich gemacht – ein Schritt, der von den deutschen Medien vielfach beachtet wurde.1Siehe dazu z. B. die Berichte des Bayrischen Rundfunks, des RBB oder der Zeit. Diese thematisierten dabei auch die Einschränkungen, denen der Bestand unterliegt: Es handelt sich um Fragmente aus ursprünglich zwei Karteien, ein gewisser Teil der Karteikarten ist verloren,2Der Experte zum Thema, der Mainzer Politikwissenschaftler Jürgen Falter, schätzt, dass »zwischen 85 und 95% aller Karten das Ende des Krieges überlebt haben«. Jürgen W. Falter: Die „Märzgefallenen“ von 1933. Neue Forschungsergebnisse zum sozialen Wandel innerhalb der NSDAP-Mitgliedschaft während der Machtergreifungsphase (1998). In: Historical Social Research, Supplement, 25, S. 280-302. Link: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-379908, besucht am 18.04.2026, hier S. 284. die Texterkennung weist Fehler und Lücken auf, eine gezielte Suche ist angesichts der schieren Masse von rund 16 Millionen digitalen Objekten schwierig. Grundsätzlich lässt sich aus dem Bestand nur ermitteln, dass eine Person Mitglied der NSDAP war – eine nicht vorhandene Karte hat hingegen keine Beweiskraft.

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Anmerkungen:

  • 1
    Siehe dazu z. B. die Berichte des Bayrischen Rundfunks, des RBB oder der Zeit. ↩︎
  • 2
    Der Experte zum Thema, der Mainzer Politikwissenschaftler Jürgen Falter, schätzt, dass »zwischen 85 und 95% aller Karten das Ende des Krieges überlebt haben«. Jürgen W. Falter: Die „Märzgefallenen“ von 1933. Neue Forschungsergebnisse zum sozialen Wandel innerhalb der NSDAP-Mitgliedschaft während der Machtergreifungsphase (1998). In: Historical Social Research, Supplement, 25, S. 280-302. Link: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-379908, besucht am 18.04.2026, hier S. 284. ↩︎

Feldpost aus dem Kriegswinter 1917/18

Vier Briefe an den Musketier Franz Neumann

Bei Renovierungsarbeiten wurden in Marcinkowice – dem früheren Marzdorf – kürzlich vier Feldpostbriefe aus dem Winter 1917/18 gefunden. Adressat der Briefe war der Musketier Franz Neumann, der in der Ersatz-Abteilung des Infanterieregiments 49 in Gnesen [Gniezno] Dienst tat. Absender war in drei Fällen der Kanonier Bernhard Neumann, der in Bromberg [Bydgoszcz] in der Ersatzabteilung der 3. Ersatzbatterie des Pommerschen Feld-Artillerie-Regiment Nr. 17 zum Kanonier ausgebildet wurde.1So die Angabe auf der Feldpostkarte vom 13. Januar 1918. In einem Fall hieß die Absenderin Hedwig Garske und lebte in Mellentin im Kreis Deutsch Krone, dem heutigen Mielęcin.

Franz und Bernhard Neumann waren Brüder. Ihre Eltern waren der Gastwirt Emil Neumann und dessen Frau Anna Martha geborene Robeck (1874-1951) aus Marzdorf. Aus der Ehe sind folgende sieben Kinder bekannt:

  1. Gertrud Neumann, geboren am 28. Januar 1897;2Anonym: Personenverzeichnis von Marzdorf, Stand ca. 1935. Typoskript, undatiert, S. 4. Original im Besitz von Margot Steinmetz, Mettmann.
  2. Franz Neumann, geboren am 22. Mai 1898;3Geburtsurkunde Nr. 30 der Standesamts Marzdorf vom 28. Mai 1898. In: Urząd Stanu Cywilnego w Wałczu: Akta zgonów żołnierzy (1917-1919). Fundort: Archiwum Państwowe w Koszalinie Oddział w Szczecinku, Signatur 28/227/102 [im Folgenden zitiert: Akta zgonów żołnierzy], S. 527.
  3. Bernhard Neumann, geboren am 8. Dezember 1899;4Personenverzeichnis …, a. a. O., dort auch die folgenden Daten.
  4. Emil Neumann, geboren am 30. September 1901;
  5. Maria Neumann, geboren am 9. Februar 1904;
  6. Max Neumann, geboren am 23. Juni 1905;
  7. Hubert Neumann, geboren am 15. Oktober 1907.
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Anmerkungen:

  • 1
    So die Angabe auf der Feldpostkarte vom 13. Januar 1918. ↩︎
  • 2
    Anonym: Personenverzeichnis von Marzdorf, Stand ca. 1935. Typoskript, undatiert, S. 4. Original im Besitz von Margot Steinmetz, Mettmann. ↩︎
  • 3
    Geburtsurkunde Nr. 30 der Standesamts Marzdorf vom 28. Mai 1898. In: Urząd Stanu Cywilnego w Wałczu: Akta zgonów żołnierzy (1917-1919). Fundort: Archiwum Państwowe w Koszalinie Oddział w Szczecinku, Signatur 28/227/102 [im Folgenden zitiert: Akta zgonów żołnierzy], S. 527. ↩︎
  • 4
    Personenverzeichnis …, a. a. O., dort auch die folgenden Daten. ↩︎

Das Ackerland am Prüska

Grundbuch Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 11 (1836-1882)

Der neunte Beitrag in der Serie über die historischen Grundakten von Marzdorf behandelt kein bäuerliches Grundstück, sondern ein etwa 640 Morgen großes Stück Acker- und Weideland, das zwischen Lubsdorf, Harmelsdorf und Boethin belegen war. Gegen Harmelsdorf hin wurde das Land vom Laubwald des Prüska begrenzt, der bereits zum Besitz des Ritterguts Stibbe gehörte.1Der Prüska (oder Priska), den Willy Retzdorff im April 1876 für den preussischen botanischen Vereins erforschte, bot eine vielfältige Flora. W. Retzdorff: Bericht über die Flora des Kreises Deutsch-Krone. In: Schriften der Physikalisch-Ökonomischen Gesellschaft zu Königsberg, 18. Jahrgang, Königsberg 1878, S. 74.

Der Originaltitel der Akte, die heute im Archiwum Państwowe in Koszalin verwahrt wird, lautet: 

»Acta hypothecaria der Königl. Kreisgerichts-Commission zu Mrk. Friedland betreffend den hypothekarischen Zustand des zu Marzdorf belegenen Grundstücks Nro. 11.«2Sąd Obwodowy w Mirosławcu (Amtsgericht Märkisch Friedland): Marzdorf [Marcinkowice] Band I , Blatt 11, Besitzer: Marianne Puenther geb. Koppe, Laufzeit 1836-1882, Signatur 26/112/0/3/171 im AP Koszalin, Aktendeckel. – Im Folgenden zitiert als: Grundakte Marzdorf Bd. Ⅰ, Bl. Nr. 11.

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Anmerkungen:

  • 1
    Der Prüska (oder Priska), den Willy Retzdorff im April 1876 für den preussischen botanischen Vereins erforschte, bot eine vielfältige Flora. W. Retzdorff: Bericht über die Flora des Kreises Deutsch-Krone. In: Schriften der Physikalisch-Ökonomischen Gesellschaft zu Königsberg, 18. Jahrgang, Königsberg 1878, S. 74. ↩︎
  • 2
    Sąd Obwodowy w Mirosławcu (Amtsgericht Märkisch Friedland): Marzdorf [Marcinkowice] Band I , Blatt 11, Besitzer: Marianne Puenther geb. Koppe, Laufzeit 1836-1882, Signatur 26/112/0/3/171 im AP Koszalin, Aktendeckel. – Im Folgenden zitiert als: Grundakte Marzdorf Bd. Ⅰ, Bl. Nr. 11. ↩︎

Der Martin Garski’sche Freikossätenhof in Marzdorf (Teil 4)

Grundbuch Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 8 (1782-1902)

Im vorigen dritten Teil dieses Beitrag wurde die Geschichte des Kossätenhofs bis ins Jahr 1897 geschildert, als Clemens Schmidt das erst im Jahr 1895 übernommene Anwesen parzellierte und verkaufte. Schmidt war mit der Tützer Bauerntochter Agnes geborene Bartonneck verheiratet; die Familie lebte später in Riege. Zum Verkauf des Kossätenhofs wurden insgesamt zehn Kaufverträge abgeschlossen. Die ersten vier davon – mit dem Briefträger Franz Tetzlaff, der unverehelichten Agnes Schmikowski, dem Schmied Michael Neumann und dem Schneider Julius Schmidt – wurden bereits behandelt.

Den fünften Kaufvertrag schlossen Clemens und Agnes Schmidt am 19. Juli 1897 mit dem Marzdorfer Schuhmachermeister Martin Schulz,1Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. Martin Schulz. In: A. a. O., Blatt 138 VS. der drei Ackerparzellen und ein Wiesenstück im Umfang von insgesamt 1,2392 Hektar erwarb.2Auszug aus den vorläufigen Forschreibungsverhandlungen vom 1. Oktober 1898. In: A. a. O., Blatt 110 VS. Als Kaufpreis für das Ackerland wurden 285 Mark und für die Wiese 214 Mark je 0,25 Hektar festgelegt.3Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. Martin Schulz. In: A. a. O., Blatt 138 RS u. 139 RS. Der Verkauf erfolgte auch hier mit der Ernte, die Übergabe erfolgte bei Vertragsschluss.4A. a. O., Blatt 139 VS. Ebenfalls bei Vertragsschluss zahlte Schulz eine Anzahlung von insgesamt 1200 Mark an Philipp Holzheim. Der Rest des Kaufpreises wurde am Tage der Auflassung fällig und sollte bis dahin mit fünf Prozent verzinst werden.5A. a. O., 138 RS u. 139 RS. Nachdem die Parzellen katasteramtlich vermessen waren, legten die Parteien den Kaufpreis auf 1391,90 Mark fest.6Nachtrag zum Kaufvertrag zwischen den Eheleuten Schmidt u. Martin Schulz. In: A. a. O., Blatt 141 VS. Das Amtsgericht in Märkisch Friedland übertrug die erworbenen Flächen am 3. Dezember 1898 auf das neue Grundbuchblatt Marzdorf Band Ⅲ, Blatt Nr. 66.7Vermerk auf Gerichtliche Kaufverschreibung Schmidt-Martin Schulz vom 2. Dezember 1898. In: A. a. O., Blatt 133 RS.

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Anmerkungen:

  • 1
    Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. Martin Schulz. In: A. a. O., Blatt 138 VS. ↩︎
  • 2
    Auszug aus den vorläufigen Forschreibungsverhandlungen vom 1. Oktober 1898. In: A. a. O., Blatt 110 VS. ↩︎
  • 3
    Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. Martin Schulz. In: A. a. O., Blatt 138 RS u. 139 RS. ↩︎
  • 4
    A. a. O., Blatt 139 VS. ↩︎
  • 5
    A. a. O., 138 RS u. 139 RS. ↩︎
  • 6
    Nachtrag zum Kaufvertrag zwischen den Eheleuten Schmidt u. Martin Schulz. In: A. a. O., Blatt 141 VS. ↩︎
  • 7
    Vermerk auf Gerichtliche Kaufverschreibung Schmidt-Martin Schulz vom 2. Dezember 1898. In: A. a. O., Blatt 133 RS. ↩︎

Der Martin Garski’sche Freikossätenhof in Marzdorf (Teil 3)

Grundbuch Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 8 (1782-1902)

Der zweite Teil dieses Beitrags schilderte die Geschichte des Kossätenhofs bis ins Jahr 1874. Seit dem Erwerb im Jahr 1747 hatte der schon mehrfache Besitzwechsel erlebt: Auf Martin Garski folgte 1785 dessen Sohn Anton und 1798 der Enkel Martin. Nach dessen Tod im Jahr 1811 ging der Hof an seine Ehefrau über, die eine zweite Ehe mit Martin Günterberg schloss. Im Jahr 1845 hatte dessen Sohn Johann Günterberg das Anwesen übernommen, war aber 1873 verstorben. Da seine Witwe Rosalia geborene Joerdel nicht in der Lage war, die Erbteile der Kinder auszuzahlen, schritt sie ein Jahr später zum Verkauf.

Käufer des Hofes war Michael Schmidt, der zu jener Zeit in Klein Nakel lebte. Geboren war Schmidt jedoch in Dreetz, wo seine Familie über Generationen einen Kossätenhof besessen hatte, der 1866 für 3000 Taler an den dortigen Gutsbesitzer Hermann Müller verkauft wurde.1Vgl. dazu T. Soorholtz: Dreetz am Böthinsee. Köln 2024, S. 74. Michael Schmidt war mit Susanna geborene Kadow verheiratet;2Susanna Schmidt geb. Kadow starb am 11. Juli 1915 in Riege Abbau. Sterbeurkunde Nr. 28 vom 14. Juli 1915 des Standesamts in Rose, In: Archiwum Państwowe w Poznaniu Oddział w Pile, Signatur 55/594/0/3/35, S. 29. In der Grundakte wird ihr Geburtsname Kadoff geschrieben. aus der Ehe sind sechs Kinder bekannt:

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Anmerkungen:

  • 1
    Vgl. dazu T. Soorholtz: Dreetz am Böthinsee. Köln 2024, S. 74. ↩︎
  • 2
    Susanna Schmidt geb. Kadow starb am 11. Juli 1915 in Riege Abbau. Sterbeurkunde Nr. 28 vom 14. Juli 1915 des Standesamts in Rose, In: Archiwum Państwowe w Poznaniu Oddział w Pile, Signatur 55/594/0/3/35, S. 29. In der Grundakte wird ihr Geburtsname Kadoff geschrieben. ↩︎

Das Kluck’sche Kirchenpachtland (Teil 2)

Grundbuch Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 10 (1842-1937)

Der erste Teil dieses Beitrags stellte die Geschichte des Kirchenpachtlandes auf dem Iretz bis ins Jahr 1865 dar. Am 18. Februar des Jahres war Martin Schulz, der zweite Ehemann von Anna Christina geb. Koplin, im Alter von nur 39 Jahren verstorben. Die Witwe musste sich wiederum einer Erbauseinandersetzung stellen, obgleich das Grundstück bereits durch zwei vorangegangene Verfahren belastet war.

Bei dem neuerlichen Erbrezess, der am 13. Dezember 1865 in Märkisch Friedland verhandelt wurde, bezifferte das Gericht der Wert des Nachlasses auf 1190 Taler 28 Silbergroschen.1Sąd Obwodowy w Mirosławcu (Amtsgericht Märkisch Friedland): Marzdorf [Marcinkowice] Band I, Blatt 10 Seite 145 Besitzer: Paul Kluck, Laufzeit 1842-1937, Signatur 26/112/0/3/170 im AP Koszalin – im Folgenden zitiert als: Grundakte Marzdorf Bd. Ⅰ, Bl. Nr. 10 –, Erbrezess vom 13. Dezember 1865, Blatt 61 VS. – Das der Abschätzung zu Grunde liegende Inventar fehlt in der Grundakte. Das entsprach etwa dem abgesenkten Überlassungspreis des Jahres 1853, lag aber 470 Taler unter dem damaligen Taxwert. Die nachfolgende Tabelle stellt die Vermögenswerte und Forderungen gegenüber, auf deren Grundlage die Gerichte in den Jahren 1850, 1853 und 1865 den Nachlasswert taxierten. Auf die Wiedergabe der Pfennigwerte wird dabei verzichtet.

18502Erbrezess vom 19. Juni 1850. In: A. a. O., Blatt 25 VS. 18533Actum Märk. Friedland, 13. September 1853. In: A. a. O., Blatt 39 VS u. RS.  18654Erbrezess vom 13. Dezember 1865. In: A. a. O., Blatt 64 VS. 
Aktiva453 rth 22 sgr2013 rth 9 sgr2980 rth 6 sgr
Passiva71 rth 24 sgr352 rth 22 sgr1789 rth 7 sgr
Nachlasswert381 rth 28 sgr1660 rth 17 sgr1190 rth 28 sgr
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Anmerkungen:

  • 1
    Sąd Obwodowy w Mirosławcu (Amtsgericht Märkisch Friedland): Marzdorf [Marcinkowice] Band I, Blatt 10 Seite 145 Besitzer: Paul Kluck, Laufzeit 1842-1937, Signatur 26/112/0/3/170 im AP Koszalin – im Folgenden zitiert als: Grundakte Marzdorf Bd. Ⅰ, Bl. Nr. 10 –, Erbrezess vom 13. Dezember 1865, Blatt 61 VS. – Das der Abschätzung zu Grunde liegende Inventar fehlt in der Grundakte. ↩︎
  • 2
    Erbrezess vom 19. Juni 1850. In: A. a. O., Blatt 25 VS. ↩︎
  • 3
    Actum Märk. Friedland, 13. September 1853. In: A. a. O., Blatt 39 VS u. RS.  ↩︎
  • 4
    Erbrezess vom 13. Dezember 1865. In: A. a. O., Blatt 64 VS. ↩︎

Das Kluck’sche Kirchenpachtland (Teil 1)

Grundbuch Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 10 (1842-1937)

Von alters her zählte die katholische Kirche zu den grösseren Grundeigentümern in Marzdorf. Aus der Chronik der Pfarre ist bekannt, dass der Kirchenbesitz in den 1820er Jahren 201 Morgen 177 Quadratruten Pfarrland und 116 Morgen 138 Quadratruten Kirchenland umfasste.1E. J. Krefft: Aus der Chronik der Pfarre Marzdorf. In: Das Archiv, Nr. 6, August 2020, S. 21 u. 29. Der Ertrag des Pfarrlandes kam allein dem jeweiligen Pfarrer zu, das Kirchenland war hingegen zum Unterhalt der Gemeinde und ihrer Bauten bestimmt. Während das Pfarrland bis 1945 im Besitz der Kirche verblieb,2Der letzte Pfarrer von Marzdorf, Pater Konrad Pickmeier, meldete in den 1950er Jahren 54 Hektar »Pfarrdienstland« zum Lastenausgleich an. Grund- und Betriebslisten des Gemeindebezirks Marzdorf. In: Bundesarchiv – Außenstelle Bayreuth, Signatur ZLA 7-32-1. gab es schon früh Bestrebungen, das Kirchenland zu verpachten. In der Pfarrchronik heißt es dazu: 

»Das [Kirchen-]Land war in 24 Teile geteilt, von denen sieben Teile vom Gutsherrn, drei von Bauern aus Marzdorf und 14 von den Bauern aus Königsgnade bewirtschaftet wurden. Infolge dieser Anbaumethode brachte das Land nur sehr geringe Erträge. Daher wurde 1830, während der Amtszeit von Pfarrer Busse, eine Erbverpachtung versucht.«3E. J. Krefft: Aus der Chronik …, a. a. O., S. 25.

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Anmerkungen:

  • 1
    E. J. Krefft: Aus der Chronik der Pfarre Marzdorf. In: Das Archiv, Nr. 6, August 2020, S. 21 u. 29. ↩︎
  • 2
    Der letzte Pfarrer von Marzdorf, Pater Konrad Pickmeier, meldete in den 1950er Jahren 54 Hektar »Pfarrdienstland« zum Lastenausgleich an. Grund- und Betriebslisten des Gemeindebezirks Marzdorf. In: Bundesarchiv – Außenstelle Bayreuth, Signatur ZLA 7-32-1. ↩︎
  • 3
    E. J. Krefft: Aus der Chronik …, a. a. O., S. 25. ↩︎

Das Robeck’sche Schäferland in Böthin (Teil 3)

Grundbuch Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 9 (1807-1911)

Der zweite Teil dieses Beitrags schilderte die Geschichte des Böthiner Besitzes der Familie Robeck bis in das Jahr 1877. Aus dem 1807 erworbenen »Schäferland« war inzwischen ein Bauerngut von mehr als 22 Hektar Größe geworden, das seit 1873 in dritter Generation von Joseph Robeck bewirtschaftet wurde.

Wohl unmittelbar nach der Übernahme des elterlichen Gehöfts hatte Joseph Robeck die mutmaßlich aus Stibbe stammende Maria geborene Kluck geheiratet. Aus diese Ehe sind fünf Kinder bekannt, die alle in Böthin geboren wurden:

  1. Bernhard Michael Robeck, geboren am 6. Oktober 1873;1General-Akten … a. a. O., S. 486-487.
  2. Agnes Robeck, geboren am 6. Juli 1875; gestorben 1943 oder 1944 auf dem Hof in Böthin;2F. Garske: Einwohnerliste von Marzdorf, Stand 1939. Manuskript aus dem Jahr 1959, unpaginiert, S. [50 u. 51]. Original im Besitz von Margot Steinmetz, Mettmann.
  3. Franz Martin Robeck, * 19. November 1877, später Lehrer in Marienburg;3Standesamt Marienburg: Heiratsurkunde Nr. 36 vom 1. Juli 1909. In: Heirats-Register (Nebenregister) 1909, Vol. Ⅰ, S. [74].
  4. Robert Anton Robeck, geboren am 20. April 1880, gestorben am 10. August 1964 in Kirchberg im Kreis Zwickau;4F. Garske: Einwohnerliste von Marzdorf … a. a. O., S. [50 u. 51].
  5. Anna Maria Robeck, geboren am 3. Mai 1891, gestorben am 24. Oktober 1957 in Ilfeld-Wiegersdorf, Kreis Nordhausen.5Standesamt Ilfeld: Sterbeurkunde Nr. 306 vom 24. Oktober 1957. In: Sterbebuch 1957, S. [310].
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Anmerkungen:

  • 1
    General-Akten … a. a. O., S. 486-487. ↩︎
  • 2
    F. Garske: Einwohnerliste von Marzdorf, Stand 1939. Manuskript aus dem Jahr 1959, unpaginiert, S. [50 u. 51]. Original im Besitz von Margot Steinmetz, Mettmann. ↩︎
  • 3
    Standesamt Marienburg: Heiratsurkunde Nr. 36 vom 1. Juli 1909. In: Heirats-Register (Nebenregister) 1909, Vol. Ⅰ, S. [74]. ↩︎
  • 4
    F. Garske: Einwohnerliste von Marzdorf … a. a. O., S. [50 u. 51]. ↩︎
  • 5
    Standesamt Ilfeld: Sterbeurkunde Nr. 306 vom 24. Oktober 1957. In: Sterbebuch 1957, S. [310]. ↩︎

Das Robeck’sche Schäferland in Böthin (Teil 2)

Grundbuch Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 9 (1807-1911)

Der erste Teil dieses Beitrags schilderte die Geschichte des Schäferlandes, das sich seit 1807 im Besitz der Familie Robeck befand, bis in das Jahr 1828. Nach dem Tod von Johann Robeck hatte sich dessen Sohn Anton bereit erklärt, das väterliche Grundstück zu übernehmen. Dieses Grundstück war allerdings bislang nicht vom Hauptgut Marzdorf abgeschrieben – und so lasteten alle Schulden des Dominiums auch auf dem Besitz der Robecks. Vor der gerichtlichen Regelung des Erbes sollte Anton Kluck Befreiungserklärungen der Gläubiger beibringen.

Im Dezember 1828 brachte Anton Robeck einen Konsens des Hauptgläubigers, der Westpreußischen Landschaftsdirektion in Schneidemühl bei,1Liberationskonsens vom 2. Dezember 1828. In: A. a. O., Blatt 40 VS. der dem Gericht jedoch nicht ausreichte. Per Dekret vom 19. Juni 1829 verlangte das Gericht unter Kreisrichter Wohlfromm einen Konsens von allen Gläubigern, die laut Hypothekenschein vom 29. Januar 1828 auf den Marzdorfer Gütern eingetragen waren.2Decret vom 19. Juni 1829. In: A. a. O., Blatt 33 VS u. RS. Diese Gläubiger wurden im Dekret aufgelistet, was es uns heute ermöglicht, die Schulden des Marzdorfer Ritterguts zu diesem Zeitpunkt nachzuvollziehen. Es waren:

  1. 423 Taler 2 Groschen 2 Pfennige für die Witwe Marczinska in Nikoskowo und deren Kinder;3Die Schuld stammte vermutlich noch aus dem Jahr 1793, als die Witwe Marczyńska in Nikolskowo bei Schneidemühl der Mutter Grabskis 1269 Taler geliehen hatte. T. Soorholtz: Dominium w Marcinkowicach 1782-1810. In: Studia i materiały do dziejów ziemi wałeckiej, Nr. 15, Wałcz 2024, S. 82.
  2. 552 Taler 12 Groschen aus einer Protestation für Anton v. Wyganowski;4Diese Schuld Wyganowskis gegen seinen Rechtsbeistand Krakau stammte aus dem Jahr 1802. A. a. O., S. 87.
  3. 22 750 Taler Landschafts-Anleihen;
  4. 20 000 Taler desgleichen;
  5. 2000 Taler für Abraham Moses Stargardt in Märkisch Friedland, die an Stadtrichter Kloer zediert waren;
  6. 2000 Taler für Ernestine von Hartmann verehelichte Grabski, die an Stadtrichter Kloer zediert waren;
  7. 2000 Taler für Ernestine von Hartmann verehelichte Grabski, die an Stadtrichter Kloer zediert waren;
  8. 4000 Taler für Ernestine von Hartmann verehelichte Grabski, die an Stadtrichter Kloer zediert waren;
  9. 2000 Taler für den Pächter Marcus Wilhelm Ludwig, die an Stadtrichter Kloer zediert waren;
  10. 2380 Taler für denselben, die an Stadtrichter Koer zediert waren;
  11. 3000 Taler für denselben, von denen 2500 Taler an dessen Ehefrau Emilie v. Brockhausen und 500 Taler an Stadtrichter Kloer zediert waren;
  12. 3000 Taler für den Staat an Unterstützungsgeldern;
  13. 1341 Taler 18 Groschen für die v. Schwiderskischen Minorennen;
  14. 56 Taler 15 Groschen 5 Pfennige für die Salarienkasse des Oberlandesgerichts in Marienwerder;
  15. 255 Taler 9 Groschen und 10 Pfennige für dieselbe;
  16. 127 Taler 6 Groschen 8 Pfennige für dieselbe.5Aufstellung nach Decret vom 19. Juni 1829. In: Grundakte Marzdorf Bd. Ⅰ, Bl. Nr. 9, Blatt 33 VS u RS. Die ersten beiden Forderungen lauten noch auf Taler (rth) und Gute Groschen (ggr).
Titelseite des Dekrets mit der Aufstellung der Schulden Grabskis
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Anmerkungen:

  • 1
    Liberationskonsens vom 2. Dezember 1828. In: A. a. O., Blatt 40 VS. ↩︎
  • 2
    Decret vom 19. Juni 1829. In: A. a. O., Blatt 33 VS u. RS. ↩︎
  • 3
    Die Schuld stammte vermutlich noch aus dem Jahr 1793, als die Witwe Marczyńska in Nikolskowo bei Schneidemühl der Mutter Grabskis 1269 Taler geliehen hatte. T. Soorholtz: Dominium w Marcinkowicach 1782-1810. In: Studia i materiały do dziejów ziemi wałeckiej, Nr. 15, Wałcz 2024, S. 82. ↩︎
  • 4
    Diese Schuld Wyganowskis gegen seinen Rechtsbeistand Krakau stammte aus dem Jahr 1802. A. a. O., S. 87. ↩︎
  • 5
    Aufstellung nach Decret vom 19. Juni 1829. In: Grundakte Marzdorf Bd. Ⅰ, Bl. Nr. 9, Blatt 33 VS u RS. Die ersten beiden Forderungen lauten noch auf Taler (rth) und Gute Groschen (ggr). ↩︎

Das Robeck’sche Schäferland in Böthin (Teil 1)

Grundbuch Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 9 (1807-1911)

Im siebten Beitrag in der Serie über die historischen Grundakten im Archiwum Państwowe in Koszalin geht es um die Akte Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 9, die auf 214 einseitig paginierten Blättern das Grundstück der Familie Robeck in Böthin behandelt.1Sąd Obwodowy w Mirosławcu (Amtsgericht Märkisch Friedland): Marzdorf [Marcinkowice] Band I, Blatt 9 Seite 135 Besitzer: Josef Robeck, Laufzeit 1807-1911, Signatur 26/112/0/3/169 im AP Koszalin. – Im Folgenden zitiert als: Grundakte Marzdorf Bd. Ⅰ, Bl. Nr. 9. Die Akte ist unvollständig; ihr fehlt der Titel und sie endet unvermittelt mit einem Schriftstück vom Januar 1911. Offenbar wurden die vorliegenden Blätter später der weiter genutzten Gerichtsakte entnommen und archiviert – aber ein Hinweis darauf fehlt. Im Inneren der Akte findet sich ein historisches Titelblatt mit der Aufschrift:

»№ Ⅸ. — Das zu Boethin in Westpreußen, und dessen Dt. Croner Kreise belegene der Patrimonial-Gerichtsbarkeit von Marzdorff unterworfene Schäferland von 20 ½ Morgen culmisch nebst der Schäferscheune[.]«2Titelblatt Grundbuch Nr. Ⅸ. In: A. a. O., Blatt 5 VS.

Dieser Titel wurde später von anderer Hand ergänzt und dann komplett ersetzt; das »vorgeheftete neue Titelblatt«, auf das verwiesen wird,3Ebenda. ist jedoch nicht vorhanden.

Titelblatt des Grundbuchs für das Robeck’sche Schäferland
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Anmerkungen:

  • 1
    Sąd Obwodowy w Mirosławcu (Amtsgericht Märkisch Friedland): Marzdorf [Marcinkowice] Band I, Blatt 9 Seite 135 Besitzer: Josef Robeck, Laufzeit 1807-1911, Signatur 26/112/0/3/169 im AP Koszalin. – Im Folgenden zitiert als: Grundakte Marzdorf Bd. Ⅰ, Bl. Nr. 9. ↩︎
  • 2
    Titelblatt Grundbuch Nr. Ⅸ. In: A. a. O., Blatt 5 VS. ↩︎
  • 3
    Ebenda. ↩︎

Der Martin Garski’sche Freikossätenhof in Marzdorf (Teil 2)

Grundbuch Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 8 (1782-1902)

Der erste Teil dieses Beitrags schilderte die Geschichte des Kossätenhofs, der sich seit 1747 im Besitz der Familie Garske (oder Garski) befand, bis in das Jahr 1828. Seit dem Tod von Martin Garski im Jahr 1811 wurde der Hof von Martin Günterberg verwaltet, dem zweiten Ehemann der Witwe Rosa oder Rosalia Garski geborene Neumann. Vor der neuerlich Heirat hatte diese zugesagt, den Hof »nach 20 Jahren« an ihren Sohn Michael Garski zu übergeben, aber die gerichtliche Erbregelung war mehrfach an ihrem Unwillen gescheitert, der Mutter ihres ersten Mannes – Dorothea Garski geborene Krüger – das gewünschte Leibgedinge auszusetzen.

Nur einen Monat nach dem Tod von Dorothea Garski geborene Krüger kam das Nachlassverfahren aus dem Jahr 1814 zu einem Abschluss. In der Verhandlung, die am 20. Dezember 1828 in Märkisch Friedland stattfand, trat der designierte Erbe Michael Garski den Kossätenhof gegen eine »Abfindung«1Verhandelt M. Friedland 20. Dezember 1828. In: A. a. O., Blatt 29 VS. Dort auch das folgende Zitat. von 82 Taler an seine Mutter ab, die auch die Kosten des Verfahrens trug. Mit der Annahme der Abfindung erklärte sich Michael Garski »nicht nur wegen seines väterlichen, sondern auch des dereinstigen mütterlichen Erbtheils für befriedigt«. Die Gründe für die Abtretung und auch das weitere Schicksal von Michael Garski sind nicht bekannt, jedoch scheint die Abfindungszahlung für einen Hof im Wert von 200 Taler niedrig.

Titelseite der Nachlassverhandlung vom 20. Dezember 1828
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Anmerkungen:

  • 1
    Verhandelt M. Friedland 20. Dezember 1828. In: A. a. O., Blatt 29 VS. Dort auch das folgende Zitat. ↩︎