Zufallsfund in altem Amtsblatt

Am 26. Januar 1821 veröffentlichte die Königlich Preußische Regierung zu Marienwerder in ihrem Amts-Blatt No. 4 die folgende Bekanntmachung:

»Nach erfolgter Regulirung der gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse des adlichen Guts Martzdorff, Dt. Croner Kreises, ist auf der Brunkschen Feldmark eine neue Ortschaft entstanden, welche mit unserer Genehmigung den Namen Königsgnade erhalten hat.«

Die Bekanntmachung trägt das Datum »Marienwerder, den 15. Januar 1821«. Es ist die früheste Erwähnung des Dorfes in amtlichen Publikationen und kann als Gründungsdatum des Dorfes, das heute Jamienko heißt, gelten.

Seite aus dem Amts-Blatt der Königl. Regierung zu Marienwerder Nr. 4/1821

In einem Brief an seinen »Allerdurchlauchtigsten, Großmächtigen König« – Friedrich Wilhelm III. von Preußen – schilderte der Gutsherr von Marzdorf (Marcinkowice) im Jahr 1833 die Umstände der Gründung von Königsgnade.

»Als ich den Besitz der Martzdorfschen Güter vor 27 Jahren aus meiner väterlichen Erbschaft antrat, waren dieselben […] ganz unverschuldet. Die drückenden Lasten des Krieges, die mich an der großen Militairstraße nach Rußland wohnend, vor vielen anderen meiner Landesleute betroffen, […] nöthigten mich, diese landschaftliche Schuld soweit zu vergrößern, als es die Verfassung dieses Instituts gestattete. In der freudigen Hoffnung, meinen gesunkenen Wohlstand durch die Segnungen des Friedens und die Ausführung einer weisen Kultur-Gesetzgebung wieder gehoben zu sehen, war ich einer der ersten in hiesiger Provinz, der im Jahre 1814 auf die Regulirung der gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse anfrug. […]

Die nächste Folge der Dienstregulirung war, daß ich mich genöthigt sah, die bäuerlichen Wirthe des Dorfes Martzdorf auf die ihnen zugefallenen Acker abzubauen. Ich gründete ein neues Dorf, aus 25 Bauerngehöften in 30 Feuerstellen und beinahe in 100 Gebäuden bestehend, das in regelmäßiger Form ausgeführt, mit Recht zu den schönsten in der Provinz gezählt werden mag. Königsgnade nannte ich es, in dem Vertrauen, daß die Gnade meines Allderdurchlauchtigsten Königs und Herren es mir möglich machen werde, mich dereinst der Früchte dieser Anlage zu erfreuen.«

Brief von Kalixtus von Grabski an Friedrich Wilhelm III, König von Preußen, vom 3. April 1832 [Original im Geheimen Staatsarchiv – Preußischer Kulturbesitz Berlin, GStA PK I. HA Rep. 89 Nr. 30899]

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