Der Martin Garski’sche Freikossätenhof in Marzdorf (Teil 4)

Grundbuch Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 8 (1782-1902)

Im vorigen dritten Teil dieses Beitrag wurde die Geschichte des Kossätenhofs bis ins Jahr 1897 geschildert, als Clemens Schmidt das erst im Jahr 1895 übernommene Anwesen parzellierte und verkaufte. Schmidt war mit der Tützer Bauerntochter Agnes geborene Bartonneck verheiratet; die Familie lebte später in Riege. Zum Verkauf des Kossätenhofs wurden insgesamt zehn Kaufverträge abgeschlossen. Die ersten vier davon – mit dem Briefträger Franz Tetzlaff, der unverehelichten Agnes Schmikowski, dem Schmied Michael Neumann und dem Schneider Julius Schmidt – wurden bereits behandelt.

Den fünften Kaufvertrag schlossen Clemens und Agnes Schmidt am 19. Juli 1897 mit dem Marzdorfer Schuhmachermeister Martin Schulz,1Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. Martin Schulz. In: A. a. O., Blatt 138 VS. der drei Ackerparzellen und ein Wiesenstück im Umfang von insgesamt 1,2392 Hektar erwarb.2Auszug aus den vorläufigen Forschreibungsverhandlungen vom 1. Oktober 1898. In: A. a. O., Blatt 110 VS. Als Kaufpreis für das Ackerland wurden 285 Mark und für die Wiese 214 Mark je 0,25 Hektar festgelegt.3Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. Martin Schulz. In: A. a. O., Blatt 138 RS u. 139 RS. Der Verkauf erfolgte auch hier mit der Ernte, die Übergabe erfolgte bei Vertragsschluss.4A. a. O., Blatt 139 VS. Ebenfalls bei Vertragsschluss zahlte Schulz eine Anzahlung von insgesamt 1200 Mark an Philipp Holzheim. Der Rest des Kaufpreises wurde am Tage der Auflassung fällig und sollte bis dahin mit fünf Prozent verzinst werden.5A. a. O., 138 RS u. 139 RS. Nachdem die Parzellen katasteramtlich vermessen waren, legten die Parteien den Kaufpreis auf 1391,90 Mark fest.6Nachtrag zum Kaufvertrag zwischen den Eheleuten Schmidt u. Martin Schulz. In: A. a. O., Blatt 141 VS. Das Amtsgericht in Märkisch Friedland übertrug die erworbenen Flächen am 3. Dezember 1898 auf das neue Grundbuchblatt Marzdorf Band Ⅲ, Blatt Nr. 66.7Vermerk auf Gerichtliche Kaufverschreibung Schmidt-Martin Schulz vom 2. Dezember 1898. In: A. a. O., Blatt 133 RS.

Der Kaufvertrag zwischen dem Ehepaar Schmidt und Martin Schulz

Der Marzdorfer Hauseigentümer Lorenz Garske, der mit Bertha geborene Kluck verheiratetet war,8Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. Lorenz Garske. In: A. a. O., Blatt 192 VS. erwarb am 19. Juli 1897 lediglich eine Ackerparzelle in der Größe von 0,914 Hektar von den Eheleuten Clemens Schmidt.9Auszug aus den vorläufigen Forschreibungsverhandlungen vom 1. Oktober 1898. In: A. a. O., Blatt 112 VS. – Name dort »Garzke«. Die Parzelle wurde mit Vertragsabschluss übertragen, wobei sich Garske verpflichtete, am 15. August 1897 eine Anzahlung von 1200 Mark an Philipp Holzheim zu zahlen.10Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. Lorenz Garske. In: A. a. O., Blatt 198 VS u. RS. Nachdem die Größe des Ackerstücks vermessen war, ergab sich ein Verkaufspreis von 1147,20 Mark.11Nachtrag zum Kaufvertrag zwischen den Eheleuten Schmidt u. Lorenz Garske. In: A. a. O., Blatt 199 VS. Am 3. Dezember 1898 überführte das Amtsgericht in Märkisch Friedland die gekaufte Parzelle auf das neue Grundbuchblatt Marzdorf Band Ⅲ, Blatt Nr. 70.12Vermerk auf Gerichtliche Kaufverschreibung Schmidt-Lorenz Garske vom 2. Dezember 1898. In: A. a. O., Blatt 192 RS.

Nur ein Wiesenstück von 0,526 Hektar Größe erwarben die Lubsdorfer Eheleute August Will und Julianna geborene Neumann am 19. Juli 1897 vom Ehepaar Clemens Schmidt.13Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. den Eheleuten Will. In: A. a. O., Blatt 181 VS. Dort auch die nächsten Angaben. Der Kaufpreis für diese sogenannte »Fließwiese« wurde auf 900 Mark festgelegt und war am 2. Januar 1898 an Philipp Holzheim zahlbar, sollte bis dahin aber mit fünf Prozent verzinst werden. Die Übergabe erfolgte mit Abschluss des Kaufvertrages. Am 3. Dezember 1898 übertrug das Amtsgericht in Märkisch Friedland die erworbene Weise auf das neue Grundbuchblatt Marzdorf Band Ⅲ, Blatt Nr. 68.14Vermerk auf Gerichtliche Kaufverschreibung Schmidt-Will vom 2. Dezember 1898. In: A. a. O., Blatt 176 RS.

Ebenfalls aus Lubsdorf kam der Eigentümer Joseph Schulz, der am 19. Juli 1897 von den Eheleuten Clemens Schmidt ein Wiesenstück von etwa anderthalb Morgen Größe (0,375 Hektar) erwarb, das »an einer Seite von Marienthaler, an der anderen Seite von Marzdorfer Terrain [und] an der dritten Seite von dem Grundstück des Martin Garske aus Koenigsgnade begrenzt« wurde.15Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. Joseph Schulz. In: A. a. O., Blatt 189 VS u. RS. Dort auch das folgende Zitat und die weiteren Angaben. Dieses Wiesenstück hatte früher zum Kluck’schen Bauernhof gehört und wurde dann »seitens der Gutsherrschaft Marzdorf gegen die zu Marzdorf [Blatt] 8 gehörige Parzelle Nummer 264« vertauscht. Der Käufer sollte nun zum Preis von 570 Mark zunächst die »Parzelle 264 des Kartenblatts eins« erwerben und diese anschließend gegen das tatsächlich erworbene, aber vom Gut genutzte Wiesenstück zurücktauschen.16A. a. O., Blatt 190 VS. Ob dieser Rücktausch funktionierte, ist nicht überliefert. Das Amtsgericht in Märkisch Friedland trug jedenfalls am 3. Dezember 1898 die Parzelle Nummer 264 »Acker am Birkenbusch« im Umfang von 0,225 Hektar für Joseph Schulz auf das neue Grundbuchblatt Marzdorf Band Ⅲ, Blatt Nr. 69 ein.17Vermerk auf Gerichtliche Kaufverschreibung Schmidt-Joseph Schulz vom 2. Dezember 1898. In: A. a. O., Blatt 184 RS.

Wie bereits erwähnt,18Siehe dazu die Darstellung hier. zählte auch Anton Schmikowski bei der Parzellierung des Kossätenhofs zu den Käufern. Er und seine Frau Pauline geborene Schulz erwarben am 19. Juli 1897 von den Eheleuten Clemens Schmidt mehrere Ackerparzellen, eine Holzung sowie »zwei Drittheile des den Schmidt’schen Eheleuten an dem gemeinschaftlichen Kossäthenweideplan zustehenden Antheils«.19Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. den Eheleuten Schmikowski. In: A. a. O., Blatt 171 RS. Dort und Blatt 172 VS auch die Angaben zum Preis. Als Kaufpreis für die Ackerparzellen wurden zwischen 90 und 245 Mark, für die Holzung 50 Mark je 0,25 Hektar ausgehandelt. Zum Weideland heißt es explizit im Kaufvertrag:

»Ein besonderer Preis für den Antheil an der Kossäthenweide wird nicht berechnet.« 20A. a. O., Blatt 172 VS. Dort auch die weiteren Angaben.

Auf den Kaufpreis sollte die Eheleute Schmikowski am 15. August 1897 eine Anzahlung von 1500 Mark an Phillip Holzheim bezahlen, die bis dahin mit fünf Prozent zu verzinsen war. Das Restkaufgeld war bei Auflassung fällig und ebenfalls mit fünf Prozent zu verzinsen. Die Übergabe der Parzellen erfolgte bei Vertragsschluss21A. a. O., Blatt 172 RS. »mit allen auf den verkauften Grundstückstheilen befindlichen Früchten«.22A. a. O., Blatt 173 RS. Dort auch das nächste Zitat. Lediglich »die auf Parzelle 22 stehenden Wruken« behielten sich die Verkäufer ausdrücklich vor.

Am 1. Oktober 1898 ermittelte die Katasterverwaltung für den Kaufanteil der Eheleute Schmikowski eine Umfang von 3,6634 Hektar.23Auszug aus den vorläufigen Forschreibungsverhandlungen vom 1. Oktober 1898. In: A. a. O., Blatt 111 VS. Darin enthalten waren auch mehrere Weidestücke, die im ursprünglichen Kaufvertrag keine Erwähnung fanden. Der Anteil, den die Eheleute Schmikowski am »Artikel 19« – also am Weideplan der Marzdorfer Kossäten – erworben hatten, wurde vom Katasteramt zusätzlich ohne Größenangabe aufgelistet.24A. a. O., Blatt 112 VS.

Im Nachtrag zum Kaufvertrag, der am 12. November 1898 in Deutsch Krone verhandelt wurde, einigten sich die Parteien auf einen Kaufpreis von 2272,05 Mark für alle von den Eheleuten Schmikowski erworbenen Teilstücke.25Nachtrag zum Kaufvertrag zwischen den Eheleuten Schmidt u. den Eheleuten Schmikowski. In: A. a. O., Blatt 174 RS. Am 3. Dezember 1898 übertrug das Amtsgericht in Märkisch Friedland die Flächen auf das schon bekannte Grundbuchblatt des Schmikowski’schen Kossätenhofs Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 2.26Vermerk auf Gerichtliche Kaufverschreibung Schmidt-Schmikowski vom 2. Dezember 1898. In: A. a. O., Blatt 166 RS.

Den zehnten Kaufvertrag schlossen die Eheleute Schmidt am 15. Juli 1897 mit Philipp Holzheim selbst.27Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. Philipp Holzheim. In: A. a. O., Blatt 159 RS. Dort auch die weiteren Angaben. Veräußert wurden dabei zwei Ackerparzellen und der Viehbestand des vormaligen Kossätenhofs. Holzheim zahlte für die beiden Parzellen 500 und für das »lebende Inventar« aus Schafen, Rindvieh, Pferd, Gänsen und Hühnern 600 Mark. Die Übergabe des Ackerlandes erfolgte bei Abschluss des Kaufvertrags; das Vieh sollte am 21. Juli übergeben werden. 

Letzter Käufer am 19. Juli 1897 war Philipp Holzheim selbst

Vermutlich handelte es sich beim verkauften Gut um Restposten, für die sich kein anderer Interessant gefunden hatte. Was aus dem »lebenden Inventar« wurde, geht aus der Grundakte nicht hervor, die beiden Ackerparzellen verkaufte Holzheim aber am 21. Juli 1897 weiter an Michael Kluck und dessen Ehefrau Apollonia geborene Garske – also an die Besitzer des Jacob Garski’schen Kossätenhofs.28Kaufvertrag vom 21. Juli 1897 zwischen Philipp Holzheim und den Eheleuten Kluck. In: A. a. O., Blatt 162 RS. Dort auch die Angaben zu Preis und Zahlungskonditionen. Bei dem Weiterverkauf wurde ein Kaufpreis von 180 Mark für je 0,25 Hektar Acker vereinbart. Für eine Parzelle sollte das Kaufgeld am 1. August 1898 fällig werden, für die andere am 1. November 1897. Da die Parzellen zusammen 1,057 Hektar maßen,29Auszug aus den vorläufigen Forschreibungsverhandlungen vom 1. Oktober 1898. In: A. a. O., Blatt 110 VS. ergab das einen Gesamtbetrag von 761,04 Mark zuzüglich 4,5 Prozent Zinsen – d. h. ein Plus von rund 260 Mark für Holzheim.

Tatsächlich erwarben Michael und Apollonia Kluck sogar einen Anteil von 1,245 Hektar vom früheren Anwesen der Eheleute Schmidt, denn im Nachhinein erstanden sie zusätzlich zwei Weidestücke und eine kleine Ackerparzelle, die im Vertrag vom Juli 1897 keine Erwähnung finden.30Ebenda. In der notariellen Nachtragsverhandlung, die am 12. November 1898 in Deutsch Krone vor Notar Stelzer stattfand, wurde der an Holzheim zu zahlende Kaufpreis abschließend auf 896,40 Mark festgelegt.31Nachtrag zum Kaufvertrag zwischen den Eheleuten Schmidt u. den Eheleuten Kluck. In: A. a. O., Blatt 164 VS u. RS. Am 3. Dezember 1898 übertrug das Amtsgericht in Märkisch Friedland die erworbenen Flächen auf das bereits bekannte Grundbuchblatt Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 7.32Vermerk auf Gerichtliche Kaufverschreibung Schmidt-Kluck vom 2. Dezember 1898. In: A. a. O., Blatt 156 RS.

Insgesamt erzielte Philipp Holzheim beim parzellierten Verkauf des Kossätenguts aus zehn Kaufverträgen und sechs Nachträgen einen Erlös von 19 749,70 Mark, von dem allerdings nur 10 520 Mark sofort in barem Geld bezahlt wurde. Er selbst hatte, wie erwähnt, bereits im Juli 1897 eine Vorauszahlung von 18 600 Mark an Clemens Schmidt und Agnes geborene Bartonneck geleistet. Sein Reingewinn bei dem Geschäft, das ihn nahezu anderthalb Jahre beschäftigte, belief sich auf rund 1150 Taler oder knapp sechs Prozent der Kaufsumme. 

Holzheim trug auch knapp ein Fünftel der Gerichtskosten, Steuern, Notariats- und Katastergebühren von insgesamt 506,21 Mark, die bei Verkauf und Umschreibung anfielen. Ein Großteil des Betrages ging an Notar Stelzer, der für Verträge und Nachträge allein 356,31 Mark berechnete.

Den Kaufpreis von 3275 Taler, den Rosalia Günterberg im Jahr 1874 erzielte, hatte Holzheim durch die Parzellierung verdoppeln können. Es gelang ihm auch, den durchschnittlichen Bodenpreis von rund 700 Mark für den Hektar Ackerland, der für Westpreußen üblich war,33H. Goeldel: Die Verschuldung und Entschuldung des grösseren Grundbesitzes in Westpreussen, Berlin etc. 1915, S. 75. deutlich zu überschreiten. Für einzelne Parzellen des Ackerhofs wurden bis zu 1140 Mark pro Hektar gezahlt. Ob die Preissteigerung aus einem gestiegenen Ertrag oder aus Spekulation resultierte, geht aus der Grundakte freilich nicht hervor.

Durch den Verkauf des Jahres 1897/98 gingen aus dem Martin Garski’schen Freikossätenhof eine Kleinbauernstelle und zwei Halbhäuslerstellen hervor. Nach einem Personenverzeichnis, das um 1960 erstellt wurde,34Anonym: Personenverzeichnis von Marzdorf. Typoskript, undatiert und unpaginiert, S. [3]. Original im Besitz von Margot Steinmetz, Mettmann. starb der Schmied Michael Neumann, der am 27. September 1861 in Königsgnade geboren war, im Januar 1942 in Marzdorf. Aus seiner Ehe mit der am 8. September 1859 geborenen Cäcilie geborene Reetz sind drei Kinder bekannt:

  1. Maria Neumann, geboren am 20. Juli 1892;
  2. Gregor Neumann, geboren am 24. Mai 1895;
  3. Albert Neumann, geboren am 13. September 1899.35Ebenda.

Im Haushalt lebte zudem die Schwester Maria Magdalena Neumann, die am 13. Mai 1867 in Königsgnade geboren war.36Ebenda. Noch zu Lebzeiten des Vaters wurde die Kleinbauernstelle vom Sohn Gregor übernommen, der mit Sophie geborene Brose verheiratet war. Nach der Vertreibung lebten die Familie von Gregor Neumann und seine Schwester Maria zunächst in Leipzig.37F. Garske: Einwohnerliste von Marzdorf, Manuskript aus dem Jahr 1959, unpaginiert, S. [11]. Original im Besitz von Margot Steinmetz, Mettmann. Am 17. September 1971 meldete er jedoch auf Bundesgebiet Ansprüche zum Lastenausgleich an, wobei er die Größe des Gehöfts mit 9,8 Hektar angab.38Grund- und Betriebslisten des Gemeindebezirks Marzdorf. In: Bundesarchiv – Außenstelle Bayreuth, Signatur ZLA 7-32-1.

Der Briefträger Franz Tetzlaff wurde am 3. Dezember 1867 in Marzdorf geboren, seine Ehefrau Agnes geborene Heymann ebenda am 15. März 1869.39Anonym: Personenverzeichnis von Marzdorf … a. a. O., S. [3]. Dort auch die nächsten Angaben. Aus ihrer Ehe sind zwei Kinder bekannt: 

  1. Hedwig Tetzlaff, geboren am 7. August 1898, gestorben am 5. August 1934;
  2. Franz Tetzlaff, geboren am 8. Januar 1905.

Die Ehefrau Agnes starb am 27. April 1941 in Marzdorf, Franz Tetzlaff selbst am 8. Dezember 1953 in Bergen auf Rügen. Im Haushalt lebte der Bruder Martin Tetzlaff mit, der ebenfalls Briefträger war und am 7. August 1881 in Marzdorf geboren wurde. Auch er lebte nach der Vertreibung in Bergen, wo er am 12. Oktober 1954 starb. Im Bundesarchiv in Bayreuth liegt für das Grundstück von Franz Tetzlaff ein Antrag auf Lastenausgleich vor, in dem eine Größe von 1,06 Hektar genannt wird.40Grund- und Betriebslisten des Gemeindebezirks Marzdorf. In: Bundesarchiv – Außenstelle Bayreuth, Signatur ZLA 7-32-1.

Agnes Schmikowski besaß die erworbene halbe Haushälfte ebenfalls bis zur Vertreibung. Sie war am 27. April 1876 geboren und heiratete um 1900 den am 23. März 1877 geborenen Paul Lück.41Anonym: Personenverzeichnis von Marzdorf … a. a. O., S. [3]. Dort auch die nächsten Angaben. Aus dieser Ehe sind fünf Kinder bekannt:

  1. Max Lück, geboren am 1. Mai 1902; 
  2. Helene Lück, geboren am 9. Juli 1903;
  3. Maria Lück, geboren am 24. März 1905;
  4. Anna Lück, geboren am 21. September 1907;
  5. Martha Lück, geboren am 23. November 1911, die später den Landarbeiter Paul Litfin heiratete und mit im Haus der Eltern lebte.42F. Garske: Einwohnerliste von Marzdorf … a. a. O., S. [11].

Agnes Lück geborene Schmikowski starb am 1. Juni 1945 in Greifswald, ihr Ehemann ebenda am 11. Februar 1957.43Anonym: Personenverzeichnis von Marzdorf … a. a. O., S. [3]. Über das Schicksal ihrer Kinder ist nichts bekannt. Ein Antrag auf Lastenausgleich wurde für das Grundstück nie gestellt.

Die 1898 durchgeführte Parzellierung hatte im April 1899 noch ein Nachspiel, als das Katasteramt in Deutsch Krone die Größen der verkauften Wiesen- und Weideflächen am Wucknicksee »infolge durch Notat der Königl. Regierung anderweit[ig] angeordneten Reduktion« neu bestimmte.44Auszug aus den vorläufigen Forschreibungsverhandlungen vom 24. Februar 1899. In: Grundakte Marzdorf Bd. Ⅰ, Bl. Nr. 8, Blatt 214 VS. Dabei wurde erstmals auch eine Gesamtgröße von 9,13 Hektar für den gemeinsamen Weideplan der Marzdorfer Kossäten angegeben. Die geringfügigen Berichtigungen übernahm das Amtsgericht in Märkisch Friedland am 3. Mai 1900 in die betroffenen Grundbücher Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 2 und 7 sowie Band Ⅲ, Blatt Nr. 66, 67 und 72.45Interner Vermerk des Amtsgerichts vom 3. Mai 1900. In: A. a. O., Blatt 217 VS.

Am 9. Juli 1902 wurde schließlich der bereits verkaufte Anteil am gemeinsamen Kossätenweideplan auf das Grundbuchblatt Marzdorf Band IV, Blatt Nr. 78 übertragen und das Grundbuch Marzdorf Band Ⅰ, Blatt Nr. 8 »nach Abschreibung des ganzen Bestandes geschlossen«.46Grundbuch No. Ⅷ. In: A. a. O., Blatt 5 VS.

Am 19. Juli 1902 wurde das Grundbuchblatt Ⅷ geschlossen.

Anmerkungen:

  • 1
    Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. Martin Schulz. In: A. a. O., Blatt 138 VS.
  • 2
    Auszug aus den vorläufigen Forschreibungsverhandlungen vom 1. Oktober 1898. In: A. a. O., Blatt 110 VS.
  • 3
    Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. Martin Schulz. In: A. a. O., Blatt 138 RS u. 139 RS.
  • 4
    A. a. O., Blatt 139 VS.
  • 5
    A. a. O., 138 RS u. 139 RS.
  • 6
    Nachtrag zum Kaufvertrag zwischen den Eheleuten Schmidt u. Martin Schulz. In: A. a. O., Blatt 141 VS.
  • 7
    Vermerk auf Gerichtliche Kaufverschreibung Schmidt-Martin Schulz vom 2. Dezember 1898. In: A. a. O., Blatt 133 RS.
  • 8
    Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. Lorenz Garske. In: A. a. O., Blatt 192 VS.
  • 9
    Auszug aus den vorläufigen Forschreibungsverhandlungen vom 1. Oktober 1898. In: A. a. O., Blatt 112 VS. – Name dort »Garzke«.
  • 10
    Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. Lorenz Garske. In: A. a. O., Blatt 198 VS u. RS.
  • 11
    Nachtrag zum Kaufvertrag zwischen den Eheleuten Schmidt u. Lorenz Garske. In: A. a. O., Blatt 199 VS.
  • 12
    Vermerk auf Gerichtliche Kaufverschreibung Schmidt-Lorenz Garske vom 2. Dezember 1898. In: A. a. O., Blatt 192 RS.
  • 13
    Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. den Eheleuten Will. In: A. a. O., Blatt 181 VS. Dort auch die nächsten Angaben.
  • 14
    Vermerk auf Gerichtliche Kaufverschreibung Schmidt-Will vom 2. Dezember 1898. In: A. a. O., Blatt 176 RS.
  • 15
    Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. Joseph Schulz. In: A. a. O., Blatt 189 VS u. RS. Dort auch das folgende Zitat und die weiteren Angaben.
  • 16
    A. a. O., Blatt 190 VS.
  • 17
    Vermerk auf Gerichtliche Kaufverschreibung Schmidt-Joseph Schulz vom 2. Dezember 1898. In: A. a. O., Blatt 184 RS.
  • 18
    Siehe dazu die Darstellung hier.
  • 19
    Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. den Eheleuten Schmikowski. In: A. a. O., Blatt 171 RS. Dort und Blatt 172 VS auch die Angaben zum Preis.
  • 20
    A. a. O., Blatt 172 VS. Dort auch die weiteren Angaben.
  • 21
    A. a. O., Blatt 172 RS.
  • 22
    A. a. O., Blatt 173 RS. Dort auch das nächste Zitat.
  • 23
    Auszug aus den vorläufigen Forschreibungsverhandlungen vom 1. Oktober 1898. In: A. a. O., Blatt 111 VS.
  • 24
    A. a. O., Blatt 112 VS.
  • 25
    Nachtrag zum Kaufvertrag zwischen den Eheleuten Schmidt u. den Eheleuten Schmikowski. In: A. a. O., Blatt 174 RS.
  • 26
    Vermerk auf Gerichtliche Kaufverschreibung Schmidt-Schmikowski vom 2. Dezember 1898. In: A. a. O., Blatt 166 RS.
  • 27
    Kaufvertrag vom 19. Juli 1897 zwischen den Eheleuten Schmidt u. Philipp Holzheim. In: A. a. O., Blatt 159 RS. Dort auch die weiteren Angaben.
  • 28
    Kaufvertrag vom 21. Juli 1897 zwischen Philipp Holzheim und den Eheleuten Kluck. In: A. a. O., Blatt 162 RS. Dort auch die Angaben zu Preis und Zahlungskonditionen.
  • 29
    Auszug aus den vorläufigen Forschreibungsverhandlungen vom 1. Oktober 1898. In: A. a. O., Blatt 110 VS.
  • 30
    Ebenda.
  • 31
    Nachtrag zum Kaufvertrag zwischen den Eheleuten Schmidt u. den Eheleuten Kluck. In: A. a. O., Blatt 164 VS u. RS.
  • 32
    Vermerk auf Gerichtliche Kaufverschreibung Schmidt-Kluck vom 2. Dezember 1898. In: A. a. O., Blatt 156 RS.
  • 33
    H. Goeldel: Die Verschuldung und Entschuldung des grösseren Grundbesitzes in Westpreussen, Berlin etc. 1915, S. 75.
  • 34
    Anonym: Personenverzeichnis von Marzdorf. Typoskript, undatiert und unpaginiert, S. [3]. Original im Besitz von Margot Steinmetz, Mettmann.
  • 35
    Ebenda.
  • 36
    Ebenda.
  • 37
    F. Garske: Einwohnerliste von Marzdorf, Manuskript aus dem Jahr 1959, unpaginiert, S. [11]. Original im Besitz von Margot Steinmetz, Mettmann.
  • 38
    Grund- und Betriebslisten des Gemeindebezirks Marzdorf. In: Bundesarchiv – Außenstelle Bayreuth, Signatur ZLA 7-32-1.
  • 39
    Anonym: Personenverzeichnis von Marzdorf … a. a. O., S. [3]. Dort auch die nächsten Angaben.
  • 40
    Grund- und Betriebslisten des Gemeindebezirks Marzdorf. In: Bundesarchiv – Außenstelle Bayreuth, Signatur ZLA 7-32-1.
  • 41
    Anonym: Personenverzeichnis von Marzdorf … a. a. O., S. [3]. Dort auch die nächsten Angaben.
  • 42
    F. Garske: Einwohnerliste von Marzdorf … a. a. O., S. [11].
  • 43
    Anonym: Personenverzeichnis von Marzdorf … a. a. O., S. [3].
  • 44
    Auszug aus den vorläufigen Forschreibungsverhandlungen vom 24. Februar 1899. In: Grundakte Marzdorf Bd. Ⅰ, Bl. Nr. 8, Blatt 214 VS.
  • 45
    Interner Vermerk des Amtsgerichts vom 3. Mai 1900. In: A. a. O., Blatt 217 VS.
  • 46
    Grundbuch No. Ⅷ. In: A. a. O., Blatt 5 VS.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert