Im März haben die National Archives der USA ihren Bestand an NSDAP-Mitgliederkarteien öffentlich zugänglich gemacht – ein Schritt, der von den deutschen Medien vielfach beachtet wurde.1Siehe dazu z. B. die Berichte des Bayrischen Rundfunks, des RBB oder der Zeit. Diese thematisierten dabei auch die Einschränkungen, denen der Bestand unterliegt: Es handelt sich um Fragmente aus ursprünglich zwei Karteien, ein gewisser Teil der Karteikarten ist verloren,2Der Experte zum Thema, der Mainzer Politikwissenschaftler Jürgen Falter, schätzt, dass »zwischen 85 und 95% aller Karten das Ende des Krieges überlebt haben«. Jürgen W. Falter: Die „Märzgefallenen“ von 1933. Neue Forschungsergebnisse zum sozialen Wandel innerhalb der NSDAP-Mitgliedschaft während der Machtergreifungsphase (1998). In: Historical Social Research, Supplement, 25, S. 280-302. Link: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-379908, besucht am 18.04.2026, hier S. 284. die Texterkennung weist Fehler und Lücken auf, eine gezielte Suche ist angesichts der schieren Masse von rund 16 Millionen digitalen Objekten schwierig. Grundsätzlich lässt sich aus dem Bestand nur ermitteln, dass eine Person Mitglied der NSDAP war – eine nicht vorhandene Karte hat hingegen keine Beweiskraft.
Trotz dieser Problematik erschien es mir reizvoll, in den vorhandenen Karteikarten nach Parteimitgliedern aus Königsgnade und Umgebung zu suchen. Ich suchte dabei im ersten Schritt nach Ortsnamen, im zweiten gezielt nach einzelnen Personen, bei denen ich eine Mitgliedschaft für möglich hielt. Dabei musste ich feststellen, dass die Personensuche nur sehr wenige zusätzliche Treffer ergab.

Im Ganzen konnte ich 23 NSDAP-Mitglieder in den Orten Brunk, Königsgnade, Lubsdorf, Marzdorf und Neu Prochnow identifizieren. Auch unter Berücksichtigung der oben dargestellten Problematik, die Vollständigkeit ausschließt, ist das eine sehr geringe Zahl. Mit dieser Zahl gerechnet, hätte von den rund 1700 Einwohnern der Region nur jeder Siebzigste – oder 1,4 Prozent – der Staatspartei des Dritten Reichs angehört. Je nach Zählweise wird davon ausgegangen, dass im Durchschnitt etwa 7,5 bis 9,5 Prozent der reichsdeutschen Bevölkerung Mitglieder der NSDAP waren.3Jürgen Falter ermittelte anhand von Stichproben, dass zwischen 1925 und 1945 rund 10 Millionen Menschen in die NSDAP ein- und 750.000 wieder austraten. Die Zahl der registrierten Parteimitglieder am Ende des Krieges schätzt er auf ca. 9 Millionen. (Jürgen W. Falter: Hitlers Parteigenossen, Frankfurt, New York 2020, S. 14.) Die Bevölkerung des Großdeutschen Reichs inklusive der verwaltungsrechtlich eingegliederten Besatzungsgebiete (Generalgouvernement, Elsaß) wurde 1943 auf rund 120 Millionen Menschen geschätzt, das staatsrechtliche Reichsgebiet (inkl. Danzig, Eupen-Malmedy, Böhmen und Mähren) hatte knapp 97,5 Millionen Einwohner. (Partei-Kanzlei [d. NSDAP] (Hrsg.): Verfügungen/ Anordnungen / Bekanntgaben, 1. Band, München [1943], S. 273 u. 274.)
Es ist freilich bekannt, dass die NSDAP sich in katholischen und ländlichen Regionen besonders schwer tat.4Siehe dazu u. a. Jürgen W. Falter: Wer verhalf der NSDAP zum Sieg. Neue Forschungen zum parteipolitischen und sozialen Hintergrund der NSDAP-Wähler 1924-1933. In: Aus Politik und Zeitgeschichte (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung), Heft B 28-29/79, Bonn, 14. Juli 1979, S. 16. Zu dieser Erkenntnis passt auch, dass im untersuchten Gebiet überhaupt keine Person vor 1933 der Partei beitrat. Zwei Parteimitglieder zählten zu den sogenannten »Märzgefallenen« – erwarben die Mitgliedschaft also zum 1. Mai 1933. Bei elf Parteimitgliedern wird der 1. Mai 1937 als Eintrittsdatum angegeben, drei traten im Verlauf des Jahres 1940 ein, einer zum 1. Juli 1941, vier zum 1. Januar 1942 und zwei zum 20. April 1943.
Bekanntlich unterlag der Eintritt in die NSDAP über viele Jahre hinweg Beschränkungen. So bestand zwischen dem 1. Mai 1933 und dem 1. Mai 1939 eine Aufnahmesperre, die den Beitritt zur Partei nur in Ausnahmefällen erlaubte. Diese Sperre war zwischen dem 1. Mai 1937 und dem 20. April 1939 jedoch faktisch ausgesetzt.5Siehe dazu die Darstellung bei Frank Omland: Eine »Front aus Arbeitern und Bauern«? Eine Analyse der Zusammensetzung der Mitglieder der NSDAP im Gau Schleswig-Holstein 1925-1935. In: Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte, Nr. 61, Kiel, Winter 2021, S. 76-135, hier S. 83. Vom 2. Februar 1942 galt eine neue Aufnahmesperre, die allerdings nicht die Angehörigen der Jugendverbände der Partei betraf.6Ebenda, S. 85. Tatsächlich gehörten die beiden Neumitglieder des Jahres 1943 dem Geburtsjahrgang 1924 an, wechselten also vermutlich von der Hitlerjugend in die NSDAP über.
Wer waren nun die Mitglieder? In Brunk, das im Jahr 1933 294 Einwohner zählte7Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich auf Grund der Volkszählung 1933, Berlin 1936, S. 63. und zur NSDAP-Ortsgruppe Henkendorf gehörte, traten zum 1. Mai 1937 der Bezirksmonteur Max Manthey (geboren am 6. Juni 1904 in Stranz),8US National Archives: Records Relating to Membership in the Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), 1945–1994, NAID: 12044361 [im Weiteren zitiert als »USNA: Records …«], Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-O0031-03340. der Landwirt Emil Jodar (geboren am 1. Mai 1899 in Brunk)9USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-J0043-00544 und A3340-MFKL-K0095-02396. und der Lehrer Marzell Wachholz (geboren am 25. April in Borzyszkowo in der Kaschubei)10USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-T0006-00186. der Nazipartei bei. Manthey und Wachholz erhielten die Parteinummern 5.159.224 und 5.159.324, Jodar die Nummer 5.717.159. Zum 1. Juli 1941 trat zusätzlich der Bauer Franz Remer (geboren am 5. Mai 1908 in Brunk) bei, dem die Parteinummer 8.914.583 zugewiesen wurde.11USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-R0086-00224. Zum 1. Januar 1942 wurden die Bauern Erhard Koltermann (geboren am 29. Oktober 1909 in Königsgnade)12USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-L0048-01335. und Fritz Reinke (geboren am 17. April 1893 in Behle)13USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-R0079-01267. Auf der Karteikarte heißt es fälschlich »Gehle«. mit den Mitgliedsnummern 8.988.458 und 8.988.491 aufgenommen. Zuletzt stieß am 20. April 1943 Horst Jodar14USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-J0043-00544. Auf der Karte steht fälschlich »Jodow«. (geboren am 15. Oktober 1924 in Brunk) mit der Nummer 9.568.179 dazu. Eine Karte für den Gemeindebürgermeister Franz Manthey ließ sich nicht auffinden.

Brunk war auch Sitz des für das Umland zuständigen Polizeipostens. Von mindestens 1926 bis 1935 bekleidete Leo Muth (geboren am 17. Februar 1891 in Groß Wittenberg) das Amt des Dorfpolizisten. Muth wurde am 1. Mai 1933 in die NSDAP aufgenommen – und zwar in die Ortsgruppe Märkisch Friedland, da die Henkendorfer Ortsgruppe zu diesem Zeitpunkt noch nicht bestand.15USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-P0051-01370. Er erhielt die Mitgliedsnummer 2.515.227, die zu einer Serie von mindestens 31 fortlaufenden Nummern gehört, die alle mit dem Eintrittsdatum 1. Mai 1933 in Märkisch Friedland vergeben wurden.16Im USNA sind die zur Serie gehörigen Nummern 2.515.205 bis 2.515.235 (mit wenigen Lücken) nachweisbar. Vermutlich geschah der Beitritt im Rahmen einer Veranstaltung der lokalen NSDAP-Ortsgruppe, die seit 1928 bestand.17Detlef Mühlberger: The Occupational and Social Structure of the NSDAP in the Border Province Posen-West Prussia in the early 1930s. In: European History Quarterly, Vol. 15, Issue 3, London, Beverly Hills, New Delhi 1985, S. 307. Zusammen mit Muth traten auch sein Vorgesetzter, der Landjägermeister Ulrich Hoppe18Hoppe erhielt die Mitgliedsnummer 2.515.213. USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-J0067-00746., sowie die Polizeibeamten Franz Koslowski aus Neustüdnitz19Mitgliedsnummer 2.515.235; USNA: Record …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-L0060-00542. und Josef Liszka aus Märkisch Friedland der NSDAP bei.20Mitgliedsnummer 2.515.228; USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-N0053-01540. Zu den frischgebackenen Nazis gehörte ebenfalls der Postschaffner Martin Behnke (geboren 3. März 1894 in Ludwigsthal) aus Marzdorf.21Mitgliedsnummer 2.515.232; USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-B0035-01474. Prominentester Neuzugang war der Peznicker Rittergutsbesitzer Max Willers (1871-1936).22Mitgliedsnummer 2.515.220; USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-Z0007-02214.

Muths Nachfolger im Wachtmeisterhaus von Brunk war von 1935 bis 1938 Hauptwachtmeister Erich Putscher (geboren am 12. Februar 1902 in Dühringshof bei Landsberg/Warthe), der bereits am 1. Mai 1933 im niederrheinischen Rheydt der NSDAP beigetreten war und die Mitgliedsnummer 2.268.226 führte.23USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-R0036-01495.. Auf Putscher folgte im Herbst 1938 Hauptwachtmeister Paul Birkenhagen (geboren am 31. April 1891 in Groß Gluschen im Kreis Stolp), der sich zum 1. Mai 1937 in Lebehnke der NSDAP angeschlossen hatte.24Mitgliedsnummer 5.704.322; USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-B0146-02934. Auf der Mitgliedskarte steht irrtümlich die Ortsbezeichnung »Gr. Glüchen«. Weder Putscher noch Birkenhagen habe ich bei der Zählung der lokalen Nazis berücksichtigt, Muth hingegen schon.
In Lubsdorf, das im Jahr 1933 403 Einwohner zählte,25Statistisches Reichsamt, Amtliches Gemeindeverzeichnis …, ebenda. konnte kein einziges NSDAP-Mitglied identifiziert werden. Dieser Befund ist mit Sicherheit falsch, denn nach einem Bericht von Johann Zaske aus dem Jahr 1957 gab es in Lubsdorf »etwa 2-3 Parteileute«.26Johann Zaske: Bis zuletzt in der Gemeinde Lubsdorf. In: Deutsch Kroner und Schneidemühler Heimatbrief, Nr. 6, Juni 1957, S. 7. Der von Zaske namentlich genannte Franz Brose fand sich in der Kartei freilich ebenso wenig wie Bürgermeister Josef Manthey oder Lehrer Aloysius Mallach (1897-1944).
Lubsdorf gehörte zusammen mit Königsgnade und Marzdorf zur NSDAP-Ortsgruppe in Tütz, die im November 1930 nach den ersten Wahlerfolgen gegründet worden war.27Die ersten drei Mitglieder der Tützer Ortsgruppe waren der Apotheker Hans Gerlach, dessen Ehefrau Elisabeth und der landwirtschaftliche Eleve Hans-Joachim Berndt, die zum 1. November 1930 mit den Nummern 345.808 bis 345.810 der NSDAP beitraten. USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-F0054-00699 u. A3340-MFOK-F0054-01852 bzw. A3340-MFOK-B0027-01060 u.- 01061. Aus Königsgnade traten zum 1. Mai 1937 der Bürgermeister Max Ziebarth (1901-1948), der Bauer Paul Schulz (1897-1993) und Lehrer Otto Pfeiffer (1893-1980) bei. Ziebarth wurde die Mitgliedsnummer 5.471.520 zugeteilt,28USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-T0155-01636. Auf der Karte ist fälschlich das Geburtsdatum 3.12.1900 angegeben. Schulz die 5.702.711,29USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-Q0138-01612. Pfeiffer aus unerfindlichen Gründen erst die 7.052.696.30USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-L0133-01938. Auf der Karte ist fälschlich der Geburtsort »Monsberg« angegeben; Pfeiffer stammte tatsächlich aus dem hessischen Momberg. Zum 1. Januar 1942 traten noch der Bauer Franz Robeck (1906-1944) und der Schmied Franz Schulz (1908-1996) mit den Nummern 8.917.365 bzw. 8.917.371 bei.31USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-N0022-00810 bzw. A3340-MFKL-Q0138-01612. Vermutlich gab es weitere NSDAP-Mitglieder im Dorf, denn nach einer Aussage von Max Garske waren unter den 332 Einwohnern32Statistisches Reichsamt … a. a. O., S. 63. »ein halbes Dutzend Parteimitglieder«.33Max Garske: Ein Rundgang um den Großen Boethinsee. In: Deutsch Kroner und Schneiemühler Heimatbrief, Nr. 9, September 1970, S. 9. Meine Großtante Marta Garske hielt eine Mitgliedschaft des Bauern Leo Manthey und des Ortsbauernführers Albert Günterberg für möglich, weil beide im Januar 1945 nach Russland verschleppt wurden. Zu beiden Personen konnte ich jedoch kein Karteikarte auffinden.

Außer dem bereits erwähnten Postschaffner Martin Behnke konnten in Marzdorf, das zusammen mit Böthin 542 Einwohner zählte,34Statistisches Reichsamt … a. a. O., S. 63. sechs weitere Nationalsozialisten ermittelt werden. Zum 1. Mai 1937 nahm die NSDAP-Ortsgruppe Tütz den Administrator den Ritterguts, Curt Claes (1890-1960), und den Postangestellten Hugo Baumann (geboren 1901 in Nelep im Kreis Schievelbein) auf. Baumann erhielt die Mitgliedsnummer 5.471.040,35USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-A0140-02836 und -02837. Claes die 5.471.075.36USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-D0135-01218. Baumann wurde 1941 nach Belgard versetzt; seine Karteikarte ist die einzige aus der untersuchten Region, die auf der Rückseite eine Fotografie aufweist.
Zum 1. März 1940 traten der Stellmacher Daniel Huber (geboren am 17. Mai 1903 in Oserna in der heutigen Ukraine) und der Bauer Anton Robeck vom Abbau Böthin (1880-1964) der Partei bei, wobei Huber die Nummer 8.275.366 und Robeck die Nummer 8.275.423 erhielt.37USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-J0093-02194 bzw. A3340-MFKL-N0022-00788. Zum 20. März 1940 folgte der Schäfer Kurt Utke (geboren 20. Oktober 1921 in Neustüdnitz), dem die Nummer 8.019.809 zugeteilt wurde.38USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-S0077-02492. Den Abschluss machte zum 20. April 1943 der Arbeiter Franz Dumke (geboren 15. Juni 1924) mit der Nummer 9.625.971.39USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-F0069-00984. Eine dem Lehrer Martin Wiese (1876-1942) oder dem Bürgermeister Felix Schulz (geboren 1867) zugehörige Karteikarte wurde nicht gefunden.

Im kleinen Ort Neu Prochnow mit etwa 100 Einwohnern konnten drei NSDAP-Mitglieder identifiziert werden, die alle zum 1. Mai 1937 der Ortsgruppe Petznick beitraten. Es waren der Bauer Paul Oelke (geboren 9. Juni 1899), der Landwirt Hermann Raske (geboren 15. Februar 1894) und der Schmied Hermann Kutz (geboren 13. Mai 1909). Ihre Mitgliedsnummern lauteten 5.470.363, 5.470.402 und 5.703.059.40USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-Q0018-00611 bzw. A3340-MFOK-R0053-00725 und A3340-MFOK-M0062-01839.
Bei der Suche in den NSDAP-Datenbanken fiel mir die relative große Zahl an Parteimitgliedern auf, die in Lubsdorf und Königsgnade geboren waren, aber nicht mehr dort lebten. Für Lubsdorf waren das die folgenden sieben Personen:
| Name | Geb.-Datum | Beruf | Partei-Nr. | Beitritt | Wohnort |
|---|---|---|---|---|---|
| Franz Heimann | 23.01.1901 | Gesch.-Führer | 2.642.937 | 01.05.1933 | Berlin41USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-H0045-00408. |
| Max Rehbronn | 27.12.1890 | Lehrer | 3.961.276 | 01.05.1937 | Netphen42USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-R0065-02412. |
| Paul Ziebarth | 16.09.1896 | Weichensteller | 4.729.376 | 01.05.1937 | Lüben43USNA: Records …, Mikrofilm-Bilder A3340-MFKL-T0155-01666 u. -01667. |
| Paul Robeck | 14.03.1886 | Assistent | 5.465.928 | 01.05.1937 | Tütz44USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-N0022-00846. |
| Gregor Schulz | 23.04.1911 | k. A. | 5.466.001 | 01.05.1937 | Strahlenberg45USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-Q0140-02684. |
| Martin Buske | 16.01.1888 | Lehrer | 8.222.907 | 01.04.1941 | Pr. Stargard46USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-D0102-02492. |
| Anna Wienke | 06.07.1904 | Ehefrau | 8.913.593 | 01.07.1941 | Breitenstein47USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-Y0092-02901. |
Aus Königsgnade stammten die folgenden sechs auswärts lebenden NSDAP-Mitglieder:
| Name | Geb.-Datum | Beruf | Partei-Nr. | Beitritt | Wohnort |
|---|---|---|---|---|---|
| Franz Hoppe | 23.01.1888 | Postinspektor | 2.580.599 | 01.05.1933 | Berlin48USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-I0061-00250. |
| Theodor Garske | 10.02.1917 | Bodenarb. | 3.893.523 | 01.03.1937 | Berlin49USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-F0034-00453. |
| Paul Garske | 18.10.1894 | Elektromech. | 5.276.141 | 01.05.1937 | Schneidemühl50USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-F0034-00446. |
| Anna Voß | 27.11.1901 | Ehefrau | 7.270.635 | 01.11.1939 | Anklam51USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-S0142-00358. |
| Leo Will | 28.05.1913 | Truppführer | 8.278.296 | 01.10.1940 | Schneidemühl52USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-Z0006-01323. |
| Hubert Rohbeck | 07.04.1926 | k. A. | 10.113.970 | 20.04.1944 | Freudenfier53USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-N0038-00154. |
Der NSDAP gehörte auch der Schlosser Bernhard Schulz an, der am 23. Januar 1912 in Marzdorf geboren wurde, aber zum Zeitpunkt des Beitritts im August 1937 in Arnsfelde lebte.54Schulz wurde rückwirkend zum 1. Mai 1937 mit der Nummer 5.768.050 aufgenommen. USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-Q0134-00160. Aus Neu Prochnow stammte der Brennerei-Verwalter Arthur Lemke (geboren am 18. Oktober 1906), der bei seinem Parteibeitritt im November 1937 in Henkendorf lebte.55Lemke wurde rückwirkend zum 1. Mai 1937 mit der Nummer 5.717.219 aufgenommen. USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-N0021-02431.
Überrascht hat es mich, den Name Max Rehbronn unter den auswärts lebenden Parteimitgliedern zu finden. Rehbronn war ein Sohn des Lubsdorfer Lehrers Hilarius Rehbronn; zu seinen Geschwistern zählte der Marzdorfer Pfarrer Leo Rehbronn (1887-1944) und der Lehrer Richard Rehbronn (1873-1964), der von den Nazis in Schlochau aus dem Schulamt gedrängt worden war.

Ein Lehrersohn war auch Hubert Rohbeck, der zum Geburtstag Adolf Hitlers im Jahr 1944 NSDAP-Mitglied wurde. Sein Vater war der Hauptlehrer Paul Rohbeck in Freudenfier (geboren 6.03.1891 in Tütz). Rohbeck hatte von 1919 und bis 1926 in Königsgnade unterrichtet und war selbst schon zum 1. Mai 1937 der NSDAP Ortsgruppe in Freudenfier mit der Nummer 5.467.544 beigetreten.56USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-N0038-00188.
Selbstverständlich geht aus den Karteikarten nicht hervor, aus welchen Gründen eine Person der NSDAP beitrat: Ob es aus Überzeugung geschah oder mehr aus Opportunismus und Besorgnis um die eigene berufliche Existenz. Jede Mitgliedschaft war allerdings eine freie Willensentscheidung, denn es gab in der NSDAP weder Zwangsmitgliedschaften noch unverbindliche Massenbeitritte. Zudem wusste jeder, der sich ab Mai 1933 der Staatspartei des Dritten Reiches anschloss, wofür diese stand. Die Gewaltexzesse gegen Andersdenkende waren ebenso öffentlich bekannt wie der aggressive Antisemitismus und der übersteigerte nationale Chauvinismus. Nicht-Nazis hat es in der NSDAP eher nicht gegeben.
Anmerkungen:
- 1
- 2Der Experte zum Thema, der Mainzer Politikwissenschaftler Jürgen Falter, schätzt, dass »zwischen 85 und 95% aller Karten das Ende des Krieges überlebt haben«. Jürgen W. Falter: Die „Märzgefallenen“ von 1933. Neue Forschungsergebnisse zum sozialen Wandel innerhalb der NSDAP-Mitgliedschaft während der Machtergreifungsphase (1998). In: Historical Social Research, Supplement, 25, S. 280-302. Link: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-379908, besucht am 18.04.2026, hier S. 284.
- 3Jürgen Falter ermittelte anhand von Stichproben, dass zwischen 1925 und 1945 rund 10 Millionen Menschen in die NSDAP ein- und 750.000 wieder austraten. Die Zahl der registrierten Parteimitglieder am Ende des Krieges schätzt er auf ca. 9 Millionen. (Jürgen W. Falter: Hitlers Parteigenossen, Frankfurt, New York 2020, S. 14.) Die Bevölkerung des Großdeutschen Reichs inklusive der verwaltungsrechtlich eingegliederten Besatzungsgebiete (Generalgouvernement, Elsaß) wurde 1943 auf rund 120 Millionen Menschen geschätzt, das staatsrechtliche Reichsgebiet (inkl. Danzig, Eupen-Malmedy, Böhmen und Mähren) hatte knapp 97,5 Millionen Einwohner. (Partei-Kanzlei [d. NSDAP] (Hrsg.): Verfügungen/ Anordnungen / Bekanntgaben, 1. Band, München [1943], S. 273 u. 274.)
- 4Siehe dazu u. a. Jürgen W. Falter: Wer verhalf der NSDAP zum Sieg. Neue Forschungen zum parteipolitischen und sozialen Hintergrund der NSDAP-Wähler 1924-1933. In: Aus Politik und Zeitgeschichte (Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung), Heft B 28-29/79, Bonn, 14. Juli 1979, S. 16.
- 5Siehe dazu die Darstellung bei Frank Omland: Eine »Front aus Arbeitern und Bauern«? Eine Analyse der Zusammensetzung der Mitglieder der NSDAP im Gau Schleswig-Holstein 1925-1935. In: Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte, Nr. 61, Kiel, Winter 2021, S. 76-135, hier S. 83.
- 6Ebenda, S. 85.
- 7Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich auf Grund der Volkszählung 1933, Berlin 1936, S. 63.
- 8US National Archives: Records Relating to Membership in the Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), 1945–1994, NAID: 12044361 [im Weiteren zitiert als »USNA: Records …«], Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-O0031-03340.
- 9USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-J0043-00544 und A3340-MFKL-K0095-02396.
- 10USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-T0006-00186.
- 11USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-R0086-00224.
- 12USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-L0048-01335.
- 13USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-R0079-01267. Auf der Karteikarte heißt es fälschlich »Gehle«.
- 14USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-J0043-00544. Auf der Karte steht fälschlich »Jodow«.
- 15USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-P0051-01370.
- 16Im USNA sind die zur Serie gehörigen Nummern 2.515.205 bis 2.515.235 (mit wenigen Lücken) nachweisbar.
- 17Detlef Mühlberger: The Occupational and Social Structure of the NSDAP in the Border Province Posen-West Prussia in the early 1930s. In: European History Quarterly, Vol. 15, Issue 3, London, Beverly Hills, New Delhi 1985, S. 307.
- 18Hoppe erhielt die Mitgliedsnummer 2.515.213. USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-J0067-00746.
- 19Mitgliedsnummer 2.515.235; USNA: Record …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-L0060-00542.
- 20Mitgliedsnummer 2.515.228; USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-N0053-01540.
- 21Mitgliedsnummer 2.515.232; USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-B0035-01474.
- 22Mitgliedsnummer 2.515.220; USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-Z0007-02214.
- 23USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-R0036-01495.
- 24Mitgliedsnummer 5.704.322; USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-B0146-02934. Auf der Mitgliedskarte steht irrtümlich die Ortsbezeichnung »Gr. Glüchen«.
- 25Statistisches Reichsamt, Amtliches Gemeindeverzeichnis …, ebenda.
- 26Johann Zaske: Bis zuletzt in der Gemeinde Lubsdorf. In: Deutsch Kroner und Schneidemühler Heimatbrief, Nr. 6, Juni 1957, S. 7.
- 27Die ersten drei Mitglieder der Tützer Ortsgruppe waren der Apotheker Hans Gerlach, dessen Ehefrau Elisabeth und der landwirtschaftliche Eleve Hans-Joachim Berndt, die zum 1. November 1930 mit den Nummern 345.808 bis 345.810 der NSDAP beitraten. USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-F0054-00699 u. A3340-MFOK-F0054-01852 bzw. A3340-MFOK-B0027-01060 u.- 01061.
- 28USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-T0155-01636. Auf der Karte ist fälschlich das Geburtsdatum 3.12.1900 angegeben.
- 29USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-Q0138-01612.
- 30USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-L0133-01938. Auf der Karte ist fälschlich der Geburtsort »Monsberg« angegeben; Pfeiffer stammte tatsächlich aus dem hessischen Momberg.
- 31USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-N0022-00810 bzw. A3340-MFKL-Q0138-01612.
- 32Statistisches Reichsamt … a. a. O., S. 63.
- 33Max Garske: Ein Rundgang um den Großen Boethinsee. In: Deutsch Kroner und Schneiemühler Heimatbrief, Nr. 9, September 1970, S. 9.
- 34Statistisches Reichsamt … a. a. O., S. 63.
- 35USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-A0140-02836 und -02837.
- 36USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-D0135-01218.
- 37USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-J0093-02194 bzw. A3340-MFKL-N0022-00788.
- 38USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-S0077-02492.
- 39USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-F0069-00984.
- 40USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-Q0018-00611 bzw. A3340-MFOK-R0053-00725 und A3340-MFOK-M0062-01839.
- 41USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-H0045-00408.
- 42USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-R0065-02412.
- 43USNA: Records …, Mikrofilm-Bilder A3340-MFKL-T0155-01666 u. -01667.
- 44USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-N0022-00846.
- 45USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-Q0140-02684.
- 46USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-D0102-02492.
- 47USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-Y0092-02901.
- 48USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-I0061-00250.
- 49USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-F0034-00453.
- 50USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-F0034-00446.
- 51USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-S0142-00358.
- 52USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-Z0006-01323.
- 53USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-N0038-00154.
- 54Schulz wurde rückwirkend zum 1. Mai 1937 mit der Nummer 5.768.050 aufgenommen. USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-Q0134-00160.
- 55Lemke wurde rückwirkend zum 1. Mai 1937 mit der Nummer 5.717.219 aufgenommen. USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFOK-N0021-02431.
- 56USNA: Records …, Mikrofilm-Bild A3340-MFKL-N0038-00188.
